IN EIGENER SACHE
Betrifft: "Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen"
Einzelfall-Dokumentation zu gestorbenen und verletzten Flüchtlingen in der BRD und vor, während und nach Abschiebungen.

Liebe Leute.
++ Wir sind bundesweit die einzigen (!), die an diesem Thema arbeiten.
++ Wir tun dies seit 20 Jahren und geben jährlich die aktualisierte Version der Dokumentation in Heft-Form und digital heraus (siehe hierzu auch die pdf-Anlage).
++ Unsere Zahlen und Inhalte werden von vielen Gruppen und Organisationen in der politischen Arbeit genutzt, denn sie sind handfeste Belege für die unzähligen Schweinereien in diesem rassistischen System BRD.
++ und wir würden es gerne auch weitertun, nur wird es bei uns personell jetzt eng (zuviel Arbeit – zuwenig Leute).

Und deshalb dieser Hilferuf.
++ Hast Du Lust auf Einzelfall-Recherche zum Thema Flüchtlingspolitik? (Es gibt in diesem Bereich quantitativ und qualitativ total verschiedene Tätigkeiten, je nach deiner Interessenslage)
++ Hast Du mindestens 2 Stunden die Woche dafür Zeit? (mehr Zeit wäre natürlich cooler)
++ Würdest Du das gerne in dem schönsten Büro des wunderbaren Südflügels im Bethanien tun? (Internet-Recherche ginge natürlich auch von Zuhause aus)
++ Würdest Du das gerne mit richtig freundlichen Menschen – also uns - gemeinsam machen ?
...... und würdest Du das alles auch – wie wir - gerne unbezahlt tun ?

DANN RUF AN !!!!! ==>> Fon 030 617 40 440 -- Funk 0177 37 55 924 -- Fax 030 617 40 101 -- ari-berlin-dok@gmx.de -

Wir sind jetzt wirklich sehr auf Unterstützung dieser wichtigen Arbeit angewiesen, sonst müssten tatsächlich wir aufhören .....
Hoffnungsvoll
ARI-Dokumentation

Reaktionen: Seit der Verbreitung des obenstehenden Aufrufs - zunächst per mail - haben sich für uns erfreulich viele Menschen mit der Dokumentationsstelle in Verbindung gesetzt. Ungefragt hat sogar die Presse reagiert. Sarah Liebigt schreibt unter der Überschrift "Sonst müssen wir aufhören" im ND vom 24. Januar 2013 und mit der für uns erfreulichen Ergebnis: "Kein Ende der Recherche" Peter Nowak in der TAZ vom 25. Januar 2013.

CALL FOR PAPERS ZAG 63 - Schwerpunkt: "Repressive Toleranz"

Liebe Interessierte,
für die nächste Ausgabe der ZAG zum Thema "Repressive Toleranz" möchten wir um die Zusendung von Artikeln und Artikelvorschlägen bitten.

Menschenrechte und Toleranz werden im Kampf für die Zivilisation und Moderne gegen vorgeblich "rückständige" Menschen in Anschlag gebracht. Doch erschöpft sich die Legitimationsfigur nicht in der angeblichen moralischen Überlegenheit der "bürgerlich liberalen, aufgeklärten und zivilisierten" Gesellschaften, sondern sie wird mit Frauenemanzipation für Muslima oder der Anerkennung der Rechte Homosexueller verbunden. Emanzipatorische Forderungen werden aufgenommen und teilweise strategisch und enteignend genutzt, um repressive Politik zu legitimieren. Es findet eine Neuformierung von emanzipatorischen Forderungen und politischen Lagern statt, die die politische Handlungs- und Mobilisierungsfähigkeit emanzipatorischer Bewegungen verringern kann.

Den Call findet ihr hier oder unter http://zag-berlin.de/antirassismus/aktuell/cfp_zag63_repressive-toleranz.pdf

Der Redaktionsschluss ist der 15. März 2013. Wir freuen uns aber auch über früher eingereichte Beiträge. Artikel sollten nicht mehr als 12.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) umfassen.

Infos, Nachfragen, Artikelvorschläge und Kritiken an redaktion@zag-berlin.de. Mehr Infos über die ZAG unter http://www.zag-berlin.de.

Wir hoffen auf reges Interesse.
Eure ZAG

DIE DVD
Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen (19. aktualisierte Auflage)
Menschen flohen vor Verfolgung, Hunger und Elend. Sie fanden hier den Tod. JETZT BESTELLEN

Die Dokumentation umfasst Todesfälle und Verletzungen bei Grenzüberquerungen; Selbsttötungen, Selbsttötungsversuche und Verletzungen von Flüchtlingen aus Angst und auf der Flucht vor Abschiebungen; Todesfälle und Verletzungen vor und während Abschiebungen; Misshandlungen und Folter nach Abschiebungen. Die Zusammenstellung umfasst auch Brände und Anschläge auf Flüchtlingssammellager. Die beschriebenen knapp 6000 Einzelschicksale machen deutlich, dass die Chance, in der BRD Schutz und Sicherheit zu finden, gegen Null läuft. Die Lebensbedingungen für Flüchtlinge sind heute brutaler denn je.

Zusätzlich zum Gesamttext der auch in Heftform erscheinenden Chronologie sind auf der DVD Einzelthemen herausgegriffen, um das Arbeiten mit dem Inhalt entsprechend der Zielthematik zu erleichtern.
Alle Themen liegen in pdf- und rtf-Formaten vor.

THEMEN sind u.a.: Die Grenzen, Abschiebegefängnisse, Selbsttötungen und Selbstverletzungen von Flüchtlingen, Misshandlungen bei Abschiebungen, Folter nach Abschiebungen, Auslieferungshaft, Kurdische Flüchtlinge, Togoische Flüchtlinge, Minderjährige Flüchtlinge, Getötete und misshandelte Flüchtlinge in Flugzeugen und auf Flughäfen oder durch Betreuungs- oder Bewachungspersonal.

Doku-Gruppe

NEU ERSCHIENEN!
ZAG 62 - Schwerpunkt: "Neue antirassistische Bewegung"

Scheiß Pogrome, scheiß Nazis ...
Eine Bestandsaufnahme der neuen antirassistischen Bewegung

In der neuen BRD nach 1990 blühte, vorangetrieben durch die mediale Hetze gegen Flüchtlinge sowie die "Asyldebatte" der Parteien, die rassistische Gewalt. Nach der Vereinigung von DDR und BRD wurde so getan, als ob Anschläge auf Flüchtlinge und Migrant_innen ein Problem weniger "irregeleiteter" Jugendlicher und lediglich ein Phänomen der neuen Bundesländer sei, vorübergehende Anpassungsschwierigkeiten eben. Die Kontinuität der Übergriffe und Anfeindungen vor der "Wiedervereinigung" in der DDR und der BRD spricht eine andere Sprache. Und geht man die Liste der Chroniken zu rassistischen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Übergriffen, Brandanschlägen und Todesopfern seit den 90er Jahren durch, sieht man schnell, dass Rassismus hier wie dort tief in der Gesellschaft verankert ist: Hünxe, Mölln und Solingen stehen in einer Reihe mit Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen.

In dieser ZAG folgen wir den Wandlungen und Kontinuitäten der antirassistischen Bewegung seit Beginn der 90er Jahre. Was hat sich an den Rahmenbedingungen verändert? Wie sieht antirassistische Arbeit heute aus, was machte sie damals aus? Wo können wir zukünftig ansetzen? Im Laufe zweier Jahrzehnte haben sich viele Leute engagiert, sind abgesprungen, zu anderen Themen gewechselt, immer noch dabei auf die eine oder andere Weise. Eine ganze Generation ist aber mittlerweile neu hinzugekommen, mit neuen Ideen und Ansichten. Erfahrungen weiterzugeben und für eine neue Generation anschlussfähig zu machen, ist unser Wunsch.

VERGRIFFEN:
ZAG 61 - Schwerpunkt: "Critical Whiteness"

Die ZAG mit dem Themenschwerpunkt Critical Whiteness ist inzwischen vergriffen. Wir haben das ganze Heft deshalb als pdf zum runterladen online gestellt.

Das Konzept Critical Whiteness hat eine Erfolgsgeschichte, die sich seit den 1990er Jahren enorm beschleunigt. Zunächst wurde Critical Whiteness vor allem in der akademischen Rassismusforschung in den USA geprägt.

Ein Grund für den Erfolg von Critical Whiteness ist vermutlich der Perspektivenwechsel. Antidiskriminierungspolitik und antirassistische Arbeit haben über lange Zeit und an vielen Orten die Lage und die Potentiale der von rassistischen Ausschlüssen Betroffenen Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Letztlich lag dem ähnlich wie bei der Frauenförderung ein Defizitansatz zugrunde: Die Betroffenen müssten unterstützt werden, weil sie es alleine nicht schafften. Die kritische Weißseinsforschung möchte die Blickrichtung umkehren und auf Privilegien einer weißen Dominanz lenken. Die Konstruktion dieser Normalität, deren Anspruch auf Universalität und die blinden Flecke, sollen in Frage gestellt werden.

Dennoch ist der Ansatz, wie er sich in der politischen Auseinandersetzung und der antirassistischen Arbeit darstellt, der Kritik ausgesetzt. So wird Critical Whiteness wegen seines angeblichen Akademismus und Kulturalismus kritisiert und es ist die Rede von einer Unschärfe des unterlegten Rassismusbegriffs. Zudem würden neue Spaltungslinien eröffnet und andere verdeckt.

Inwieweit ist diese Kritik berechtigt? Treffen sie die Perspektive Critical Whiteness überhaupt oder treffen sie nur bestimmte Vertreter_innen?

Die Antirassistische Initiative ist umgezogen

Ab März 2012 findet ihr die ARI Berlin, die sich seit der Räumung des Hausprojektes Yorckstr. 59 in der Colbestr. 19 getroffen hat, bei Allmende am Kottbusser Damm. Dort sind wir auch postalisch erreichbar. Homepage und Email-Adresse bleiben gleich.

Bei ZAG und der ARI Dokumentationsstelle ändert sich nichts. Deren Kontaktdaten findet ihr online unter: www.zag-berlin.de und www.ari-berlin.org/doku/titel.htm

NEUE ADRESSE: ARI Berlin, c/o Allmende, Kottbusser Damm 25-26, 10967 Berlin

Die Antirassistische Initiative stellt sich vor

Wir machen antirassistische Politik, um unseren Teil dazu beizutragen, rassistische Struktur abzuschaffen. Maßnahmen zur rechtlichen Gleichstellung/Gleichbehandlung von Flüchtlingen/Migrant_innen, People of Color und Schwarzen Deutschen allein werden nicht reichen, um den Rassismus in dieser Gesellschaft zu beenden. Sie können lediglich eine Voraussetzung dafür schaffen, sich gegen Rassismus und Diskriminierung effektiv wehren zu können. Um darüber hinaus die weit verbreiteten rassistischen Denk- und Verhaltensweisen in Deutschland zu überwinden, wollen/müssen wir auch die eigene Position in Frage stellen, unsere gesellschaftliche Position kritisch beleuchten und uns unserer eigenen Privilegien und Rassismen bewusst werden. Deutschland ist eine durch und durch rassistische Gesellschaft, was sich im Alltag wie auch in Sondergesetzen widerspiegelt.

Was wir denken
Wir verstehen unter Rassismus ein Herrschaftsverhältnis, das seine Wurzeln im europäischen Kolonialismus und der europäischen Aufklärung hat. Mit der Eroberung anderer Erdteile durch die Europäer_innen stellte sich für sie die Frage nach der Verhältnisbestimmung zwischen Menschen aus Europa, Amerika, Asien und Afrika.
Es setzte sich der Gedanke einer zielgerichteten Kulturentwicklung der gesamten Menschheit durch. Diese war am europäischen Geschichtsbild orientiert und ordnete außereuropäische Gesellschaften auf einem niederen Entwicklungsstand ein.
Durch das Aufkommen der Naturwissenschaften ab dem 17. Jahrhundert wurde von Europäer_innen eine Klassifizierung der Menschen in vier bis fünf Großgruppen, den "Rassen", entwickelt. Diese Rassifizierung verknüpft körperliche Merkmale mit geistig-kulturellen Eigenschaften, funktioniert somit über die Zuschreibung vermeintlich angeborener Eigenschaften. So wurde rückwirkend wiederum die Unterwerfung und Ausbeutung anderer Erdteile und der dort lebenden Menschen gerechtfertigt. Die durch die Kolonialisierung geschaffenen Abhängigkeitsverhältnisse dienen auch in der Gegenwart der wirtschaftlichen Ausbeutung der postkolonialen Länder und ermöglichen die Dominanz kapitalistischer Herrschaftsstrukturen.

Bis heute hat sich an diesem Herrschaftsverhältnis nichts geändert. Bis heute haben Menschen mit europäischem Hintergrund die Macht, zu definieren, wer zu ihnen dazugehört und wer "anders" ist, diese "Anderen" abzuwerten und in der Gesellschaft zu benachteiligen.
Rassismus bezeichnet jenen gesellschaftlichen Normalzustand, in dem Menschen, weil sie die weiße Norm nicht erfüllen, deswegen tagtäglich rassistische Erfahrungen machen müssen. Das beginnt damit, dass die Aufmerksamkeit ständig auf sie gerichtet ist, oder sie andauernd nach ihrer Herkunft befragt werden, ihre Fähigkeiten infrage gestellt werden, sie in Konkurrenzsituationen (z.B. bei der Wohnungs- oder Jobsuche) benachteiligt werden, und reicht bis hin zu rassistischer Gewalt auf der Straße.
Rassismus durchzieht alle gesellschaftlichen Bereiche: er manifestiert sich in der Alltagssprache und Bildern, z.B. in Bezeichnungen für Lebensmittel, Straßennamen, Redeweisen oder Kinderliedern. Bilder und Vorstellungen von "dem Anderen" werden unabhängig von der Anwesenheit Nichtweißer produziert. Nichtweiße egal welcher Generation werden in dieser Gesellschaft alltäglich zu Fremden gemacht. Der gesellschaftliche Rassismus wird beständig modernisiert und schlägt sich in Zeiten des "Kampfes gegen den Terror" z.B. in antimuslimischem Antirassismus nieder.

Auch im staatlichen Bereich, in besonderem Maße in der Asyl- und Zuwanderungspolitik, drückt sich Rassismus heute aus. Migrant_innen und Flüchtlingen werden in Deutschland systematisch Rechte verwehrt, die für Deutsche Staatsbürger_innen bzw. EU-Bürger_innen selbstverständlich sind: z.B. das Recht auf Bewegungsfreiheit (durch die "Residenzpflicht"), das Recht auf Bildung, das Recht zu arbeiten und Bargeld zu besitzen (durch das Gutschein- und Chipkartensystem nach Asylbewerberleistungsgesetz) und andere grundlegende Rechte.
Die krasseste Form von Entrechtung und Unterdrückung durch staatliche Politik zeigt sich für uns im Lagersystem, in "Ausreisezentren", Abschiebeknästen und in der Abschiebung von Menschen. Nicht-EU-Bürger_innen, an denen die BRD vordergründig keine wirtschaftlichen Interessen hat, erschwert sie "legal" nach Deutschland einzureisen oder ein Aufenthaltsrecht zu bekommen. Wer nicht als ausreichend definierte Papiere für eine Einreise besitzt, oder bleibt, obwohl von staatlicher Seite ein Aufenthalt nicht mehr erlaubt wird, wird somit kriminalisiert und in die Illegalität gezwungen, d.h. "illegalisiert". Rassismus wird so gewollt zur Legitimation der Umsetzung gesellschaftlicher und staatlicher Ziele benutzt. Im Alltag Illegalisierter kann hingegen so allein eine simple Fahrkartenkontrolle zu Abschiebehaft und Abschiebung führen. Gleichzeitig erleichtert dies wiederum, ihre Arbeitskraft in erpresserischen wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnissen auszubeuten.

Was wir machen
Die ARI ist seit 1988 aktiv. Nach der gewaltsamen Räumung der Yorck 59 im Jahr 2005 befand sich die ARI mehrere Jahre in der Colbestr. 19 in Friedrichshain. Seit Februar 2012 treffen wir uns in den Räumen von Allmende (Kottbusser Damm 25/26). Die Dokumentationsstelle befindet sich im Südflügel des Bethanien in Kreuzberg.

In der politischen Kooperation ist es uns besonders wichtig, mit selbstorganisierten Flüchtlings- und Migrant_innengruppen zusammenzuarbeiten.

Mit Demos und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützen wir Personen, wenn diese sich für ihre Rechte einsetzen und gegen ihre Illegalisierung und Abschiebung zur Wehr setzen. Dabei versuchen wir thematisch eine Brücke vom Einzelfall zum rassistischen Normalzustand zu schlagen. Wir thematisieren, wie Gesetzgeber und Ausführende auf den Behörden eine systematische Ausgrenzung nach rassistischen Kriterien betreiben. Dagegen setzen wir die Solidarität mit den Betroffenen.

Wir initiieren und unterstützen Kampagnen und beteiligen uns an Bündnissen, die sich gegen rassistische Gewalt, (staatliche) Diskriminierung und Ausgrenzung richten. Konkret beteiligten wir uns in den letzten Jahren an z.B. der Anti-Lager-Action-Tour 2004, dem Bündnis "Stopp Abschiebung", dem Migrationsbündnis gegen den G8-Gipfel, der Kampagne "Integration? Nein Danke!" und unterstützten Hungerstreiks von Flüchtlingen im Abschiebeknast Grünau. Zurzeit sind wir u.a. aktiv im Bündnis gegen Lager und in dem nach dem Bekanntwerden der Morde des NSU im Dezember 2011 gegründeten Bündnis gegen Rassismus. Wir beteiligen uns an der Vorbereitung des Festivals gegen Rassismus.
Seit ihrer Gründung beteiligen wir uns an der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh. Oury Jalloh wurde am 7. Januar 2005 in einer Polizeiwache in Dessau getötet. Bisher gab es keine Aufklärung seines Todes und es sieht auch nicht danach aus, trotz einer jahrelangen politischen Prozessbegleitung durch mehrere Instanzen.

Die Dokumentationsstelle der ARI gibt die jährlich neu erscheinende Dokumentation "Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen" heraus.
Die Zeitschrift ZAG, die von einer unabhängigen Arbeitsgruppe herausgegeben wird, erscheint halbjährlich und versteht sich als Forum für antirassistische Theorie und die Entwicklung von Handlungsperspektiven.

Wir arbeiten bereichsübergreifend; wir denken nicht nur über Antirassismus nach, sondern genauso über Themen wie "zunehmende Kontrolle der Gesellschaft durch die Herrschenden". Daraus könnte sich ein Wandel der Parolen ergeben, die wir in der AntiRa-Bewegung vertreten. "Papiere für Alle" in der Überwachungsgesellschaft macht keinen Sinn mehr, vielleicht sollten wir eher "Keine Papiere für alle" fordern - eine Parole, die das Recht der Herrschenden auf Überwachung und Kontrolle infrage stellt und die Papierlosen metaphorisch zu Vorreitern eines erstrebenswerten Zustandes macht.