Erklärung der Menschen aus der Gerhart-Hauptmann-Schule in der Ohlauer Straße (19.9.2014)

Erklärung an Alle,
auch an den Berliner Senat und den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg:

Dies ist eine Einladung mit uns zu reden. Sie müssen uns anhören! Wir meinen es sehr ernst. Wir befinden uns in Bewegung und wollen in der Schule ein richtiges Refugee-Center von Refugees für Refugees aufbauen.

Deswegen haben wir angefangen 4 Projekte zu organisieren:
1. *Social Center*: Wir wollen, dass das Pavillion-Gebäude ein offenes Zentrum wird. Bestandteil von diesem Zentrum wird ein offenes Café sein. Im Social Center wird es eine Kochgruppe geben, die regelmäßig kocht und Essen zur Verfügung stellt. Eine weitere Gruppe will im Social Center eine Fahrrad-Reparatur-Werkstatt aufbauen. Für die Organisation des Zentrums und der weiteren Projekte soll ein gemeinsames Büro in dem Pavillion-Gebäude eingerichtet werden.
2. *Theater-Projekt*: Wir werden gemeinsam mit Kulturschaffenden aus ganz Berlin Theaterstücke entwickeln und Auftritte durchführen. Die erarbeiteten Stücke nehmen Stellung zu unsere Situation und unseren Erfahrungen.
3. *Musiktreff*: In der Schule leben viele MusikerInnen. Gemeinsam mit MusikerInnen von außerhalb wollen wir ein Musikprojekt aufbauen. Ziel ist es über Musik zusammen zu kommen und unsere Erfahrungen auszutauschen.
4. *Siebdruck-Werkstatt*: Bereits jetzt haben wir viel Erfahrung im Erstellen von Siebdrucken. Als die Schule noch offen war, kamen viele Jugendliche aus der Nachbarschaft regelmäßig vorbei um mit uns gemeinsam zu drucken und ihre eigenen Motive zu erarbeiten. Diese Arbeit wollen wir gemeinsam fortführen und ausweiten.
5. *The international women space*: Ein freier Ort an dem Refugee Frauen sich treffen können und ihr Wissen und Erfahrungen austauschen können. Hier können sie ihre Rechte diskutieren und sich organisieren um gemeinsam gegen die Isolation der Lager zu kämpfen.

Für die Umsetzung dieser Projekte bilden wir Gruppen, denen sich alle BewohnerInnen der Schule jeweils nach ihren Interessen anschließen. Wir wollen das Menschen von außerhalb der Schule uns unterstützen und sich den Projekten und Gruppen anschließen. Mit den Projekten schaffen wir offene Angebote für die Menschen aus der Nachbarschaft.

Wir werden nicht um Erlaubnis fragen. Zu viele Versprechen sind von PolitikerInnen und Verwaltung nicht eingehalten worden. Seit der versuchten Räumung ist fast nichts von Ihnen getan worden. Ausreden, das wir BauarbeiterInnen an ihrer Arbeit hindern, sind gelogen.

Wir werden unsere Projekt selbst umsetzen. Dafür erwarten wir, dass wir nicht an unserer Arbeit gehindert werden. So wie am 15.9.2014, als wir das Social Center eröffnen wollten und die Polizei gerufen wurde.

Jetzt wird uns berichtet, dass in der Schule ein Lager entstehen soll. Mehr Menschen sollen in der Schule untergebracht werden. Warum wurden sie dann vorher gewaltsam rausgeschmissen?

Wir sind zum Oranienplatz gekommen und haben in Zelten gelebt, weil wir es in den Lagern nicht mehr ausgehalten haben. In der Schule wollen wir ein Refugee Center von Refugees für Refugees aufbauen. Mit der Security hingegen beginnt die Schule schon jetzt wie ein Lager zu werden. Aber wir werden hier kein Lager akzeptieren.

Über die Schule wird oft als Ort von Kriminellen und Drogendealern berichtet. Das ist nicht wahr. Wir wollen allen zeigen was die Schule wirklich ist. Hindert uns nicht daran!

*Die Menschen aus der Schule *Donít fool the people from the school!

Aktuelle Informationen: http://asylstrikeberlin.wordpress.com
Erklärung als pdf -- auf Englisch -- auf Arabisch

zurück